Stadtwerke Pirna GmbH investiert 24,8 Millionen Euro bis 2020 in Abwassernetz
Aktualisiertes Abwasserbeseitigungskonzept gibt zentrale und dezentrale Entsorgungsgebiete vor
Eine wichtige und dringende Entscheidung stand in der 30. Sitzung des Stadtrates Pirna am 2. Oktober an. Beschlossen wurde das aktualisierte Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) der Stadtwerke Pirna GmbH (SWP) für die Große Kreisstadt Pirna.
"Im Auftrag der Stadt ist die Stadtwerke Pirna GmbH bereits seit 1994 für die Abwasser-entsorgung zuständig. Von Anfang an wurden von der SWP im Rahmen der jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen die Inhalte der Entsorgung fortgeschrieben. Paragraf 63 Abs. 2 des Sächsischen Wassergesetzes vom 18.10.2004 bringt die Erfordernisse auf den Punkt: "Der Abwasserbeseitigungspflichtige stellt für das gesamte Entsorgungsgebiet ein Abwasserbeseitigungskonzept auf", erläutert Olaf Schwarze, Geschäftsführer der Stadtwerke Pirna GmbH, die Notwendigkeit einer langfristigen Kostenkalkulation für den Abwassersektor.
Im Unterschied zu der vorausgegangenen Planung aus dem Jahr 2005 untersuchte das aktuelle Abwasserbeseitigungskonzept (ABK 2007) im Zusammenhang mit der neuen EU Förderrichtlinie für biologische Kleinkläranlagen zusätzlich die bisher nicht angeschlossenen Gebiete. Hierbei galt es im Einzelfall zu klären, inwieweit die dezentrale Entsorgung belassen werden kann. Im Ergebnis dieser komplexen Betrachtungen musste grundsätzlich festgestellt werden, dass es nicht möglich sein wird, alle Abwassererzeuger an die zentrale Entsorgung anzuschließen. Die zentrale Abwasserentsorgung kann nur realisiert werden, wenn
- eine dezentrale Entsorgung nicht gesichert werden kann (z.B. aufgrund fehlender
Versickerungsmöglichleiten oder eingeschränktem Zugang zum Grundstück) bzw.
- die zentrale Lösung kostengünstiger gegenüber der dezentralen Variante ist.
Insgesamt wurden seitens der SWP 43 Entsorgungsgebiete in Pirna nach technischen (hydraulische Verhältnisse, Schmutzfrachttransport) und ökonomischen (Wirtschaftlichkeit) Parametern untersucht. Im Ergebnis der Analyse stand fest, dass 17 Entsorgungsgebiete weiterhin nur dezentral entsorgt und nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden können.
Die Gesamtinvestitionen für den Zeitraum 2008 bis 2020 betragen rund 24,8 Mio €. Allein bis 2015 könnten in Pirna insgesamt 5.528 Grundstücke zentral entsorgt werden. Das entspricht einem Anschlussgrad von 92,4 Prozent. Gegenwärtig besteht ein Anschlussgrad von 82,6 Prozent (4.943 Grundstücke).
Weiterhin zu berücksichtigen ist die aktuelle Gesetzeslage betreffs vorhandener Kleineinleitungen. Bis 2015 müssen sämtliche Kleinkläranlagen und abflusslose Sammelgruben nach dem Stand der Technik mit einer vollbiologischen Reinigungsstufe ausgerüstet werden.
Olaf Schwarze unterstreicht die Wichtigkeit der aktuellen Entsorgungsplanung: "Das vom Pirnaer Stadtrat beschlossene ABK bildet die Basis für eine langfristige und zuverlässige Abwasserentsorgung für Pirna und seine Bürger sowie die folgenden Generationen. Für die Stadtwerke Pirna GmbH als Aufgabenträger ist das ABK ein unverzichtbares Arbeitsinstrument und Navigator."
| ABK 2005 |
ABK 2007 |
2005 - 2020 ca.25,3 Mio € 10 Gebiete mit zentraler Entsorgungslösung |
2008 -2020 ca. 24,8 Mio € 43 Entsorgungsgebiete (26 zentral,17 dezentral) |
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